Schlaglichter aus der
Chronik


1.
Turbulente Gründerjahre
2.
Die zwanziger und dreißiger Jahre
3.
Nach dem 2. Weltkrieg
4.
70er, 80er und 90er Jahre



Die Freiwillige Feuerwehr Neuhausen wurde am 29. November 1896 gegründet. Dieser Gründung gingen folgende Bestrebungen der Neuhausener Einwohner voraus:
- Anschaffung einer Feuerspritze für die Ortschaft Neuhausen.
- Abspaltung von der im Jahre 1878 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Offenberg. Diese Feuerwehr war dazumal die einzige Feuerwehr in der Gemeinde.
Einige bemerkenswerte Ereignisse in den Jahren vor und nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Neuhausen zeugen davon, dass das Feuerwehrwesen in der Gemeinde Offenberg auch vor der letzten Jahrhundertwende nicht von Langeweile gekennzeichnet war. Die neue Neuhausener Feuerwehr in spe und die Gemeindevertreter waren sich offensichtlich "nicht ganz grün" in ihren jeweiligen Anschauungen.

22. Juli 1894   Ablehnung einer Feuerspritze
In einer Sitzung des Gemeindeausschusses (Gemeinderat) wurde die Anschaffung einer Feuerspritze für die Ortschaft Neuhausen einstimmig abgelehnt (Offenberg besaß damals bereits eine Feuerspritze).

12. August 1894   Wiederholte Ablehnung einer Feuerspritze
Im Protokoll dieser weiteren Sitzung des Gemeindeausschusses ist bereits von "Spaltungen in der Feuerwehr Offenberg" die Rede. Im Protokoll heißt es weiter: "Die Anschaffung einer neuen Feuerspritze für die Ortschaft Neuhausen wird wiederholt abgelehnt und weiter beschlossen, dass die alte Feuerspritze in Offenberg zu verbleiben hat".

15. November 1896   Ortsbürger beschließen den Kauf der Feuerspritze
In einer Versammlung der Neuhausener Ortsbürger, die noch vor der Gründungsversammlung der Feuerwehr stattfand, wurde der Kauf einer Saug- und Druckspritze im beiläufigen Wert von 800 Mark beschlossen.


Diese Aufnahme stammt aus den frühen 60er Jahren. 3 Spritzengenerationen sind angetreten. Rechts hinten die in den Jahren 1896/97 angeschaffte Feuerspritze.

29.November 1896   Gründungsversammlung der FFW Neuhausen
Das Gründungprotokoll hat unter anderem folgenden Wortlaut: „Die Unterfertigten gründen unterm Heutigen eine Freiwillige Feuerwehr für die Ortschaften Neuhausen, Elend, Zieglstadl, Hundshausen, Unterried und Teufelstein mit dem Namen "Freiwillige Feuerwehr Neuhausen" und treten als Mitglieder bei.“ Es folgen dann 44 Unterschriften. Erster Kommandant war der mitunterzeichnende Lehrer Alois Ebner aus Neuhausen.

3. Januar 1897   Gemeindlicher Zuschuss zur Feuerspritze.
Im Protokoll der Sitzung des Gemeindeausschusses steht: "Die Ortschaft Neuhausen erhält zur Anschaffung einer Feuerspritze einen einmaligen Zuschuss von Einhundert Mark aus der Gemeindekasse und wird jeder weitere Zuschuss seitens der Gemeinde zur Spritze fernerhin verweigert. Die Spritze bleibt Eigentum der Gemeinde Neuhausen. Sollte je ein Spritzenhaus für Neuhausen zu bauen sein, so wird auch zu diesem Zweck ein Zuschuss verweigert!" Interessant ist dabei, dass bei dieser Sitzung des Gemeindeausschusses nur 6 Mitglieder anwesend waren: gefehlt haben der damalige Bürgenmeister Kammermayer und 3 weitere Ausschussmitglieder. Dieser ganze Verlauf und der Umstand, dass nicht der neugegründeten Feuerwehr sondern der Ortschaft Neuhausen ein gemeindlicher Zuschuss zur insgesamt 800 Mark teuren Spritze gewährt wurde, lässt darauf schließen, dass die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Neuhausen seitens der Gemeinde zumindest nicht gerade überschäumend begrüßt wurde. Aber auch mit der Mutterfeuerwehr Offenberg mussten sich die "Abtrünnigen" der jungen Neuhausener Wehr herumschlagen. Davon zeugen sogar eine Klage und ein Gerichtsurteil um die bei der Gründung der Neuhausener Wehr mitgenommen Ausrüstungsgegenstände.

5. März 1897    Klage beim königl. Amtsgericht Deggendorf
Die Freiwillige Feuerwehr Neuhausen wird von der Freiwilligen Feuerwehr Offenberg auf Herausgabe folgender Ausrüstungsgegenstände verklagt: 9 Helme (Wert 36 Mark), 17 Blusen (Wert 102 M.), 6 Gurten, Leine und Beile (Wert 60 M.), 1 Gurte mit Beil (Wert 1 0 M.), 2 Huppen (Wert 4 M.), 1 Pfeife mit Schnur (Wert 1,65 M.).

10.Juni 1897    Gerichtsurteil
Die Offenberger beauftragten für den Prozess einen Rechtsanwalt, die Neuhausener zogen mit einem königl. Advokaten in den "gerichtsmassig" gewordenen Streit. Die Klage der Feuerwehr Offenberg wurde kostenfällig zu deren Lasten abgewiesen, so dass die Neuhausener die Ausrüstungsgegenstände behalten konnten.

Anno 1902   Bau des ersten Spritzenhauses in Neuhausen
Nach diesen anscheinend doch recht hitzigen Auseinandersetzungen dürften sich die Gemüter über die Jahrhundertwende hinweg schließlich wieder besänftigt haben. So beschloss die Gemeinde für das Jahr 1902 den Bau eines Feuerhauses in Neuhausen. Dieses erste Feuerwehrhaus in Neuhausen stand am Platz der jetzigen Tankstelle von Siegfried Mietaner.




"Wie war es so schön in de' Dreißiger Jahr...... so beginnt ein altes Couplet. Ob es für die Freiw. Feuerwehr Neuhausen schön oder weniger schön war ... die Aufzeichnungen geben dafür leider nicht viel her. Von 1905 bis 1923 war leider ohnehin Funkstille - was die Aufzeichnungen betrifft.


Dieses älteste Foto der Neuhausener Feuerwehr stammt vermutlich aus den 20er oder frühen 30er Jahren. Die Aufstellung ist in der Wildenforster Str., Einmündung zur Fritz-Schäffer-Str. Links im Hintergrund das im Jahre 1902 erbaute erste Feuerwehrhaus von Neuhausen (jetzige Tankstelle Siegfried Mietaner).



Anno 1923   An Ausrüstung und Gerät war vorhanden
1 Wagenspritze                             1 Schubleiter                       24 Uniformen
1 Schlauchhaspel auf Räder       300m Schlauch                    8 Helme
5 Mannschaftsgurten                   2 Gargiertengurten             1 Laterne
2 Steigerleitern                             2 Signalhupen                     1 Tragbare
1 Sanitätstasche                           1 Brandfahne                       4 Haken

Die Wehr hatte 49 Mitglieder. 4 Übungen wurden abgehalten.

Anno 1926   Die Feuerwehrmänner hatten folgende Berufe
- 12 Landwirte
- 3 Dienstboten
- 2 Fabrikarbeiter
- 3 selbstst. Gewerbetreibende
- 25 Handwerksgehilfen
- 10 gemischte Betriebe
- 7 Tagarbeiter
- 1 Beamter

26.12.1928   Christbaumversteigerung am Stephanietag
Von dieser Christbaumversteigerung, die wie fast alle anderen Christbaumversteigerungen der FFW Neuhausen bis in die 80er Jahre hinein stets am 2. Weihnachtsfeiertag veranstaltet wurden, künden folgende interessante Aufzeichnungen:

- Christbaumsachen, Spielwaren, eingekauft
  bei August Silber, Deggendorf...........................31,99 M
- Zeitungsinserat.......................................................2,50 M
- Musik (!).................................................................14,-- M
- Gemeindliche Steuer (Armenkasse)...................3,-- M
- Briefporto für Einladung Klosterverwaltung.....15,-- M
- Christbaumbesorgung (Josef Steininger).........50,-- M
- Sonstige Auslagen...............................................10,50 M
- Gesamte Ausgaben.............................................62,64 M
- Versteigerungserlös..........................................125,65 M
- Reingewinn...........................................................63,01 M

Für diese Christbaumfeier wurden freiwillige Spenden gegeben:
- Klosterverwaltung: 4 Flaschen Wein, 6 Glas Honig, 2 Tüten Mehl, Würstl
- Josef Höchtl: 1 Tisch
- Bauer (Bäckerei): Weihnachtsgebäck
- Fischer (Metzgerei): Wurstwaren
- Josef Krotzer: 1 Paar junge Tauben

18. Februar 1929   Gründung der "Wasserwehr Neuhausen"
Nanu? Hat die Feuerwehr damals etwa Konkurrenz bekommen? Mitnichten. Am 12. Februar 1929 fand im Rathaussaal in Plattling eine Versammlung der Vertreter der an die Donau angrenzenden Gemeinden statt. Dabei ging es um den sehr starken Eisstoß, der sich damals auf der Donau befand. Man befürchtete schlimme Schäden, falls der Eisstoß bei Tauwetter über die Ufer treten würde und empfahl daher den Feuerwehren die Gründung dieser Wasserwehren. Dies bedeutete sicherlich nichts anderes, als dass die Feuerwehren in ständiger Bereitschaft zur Hilfeleistung sein sollten. Der stark gefürchtete Eisstoß verschwand in der Nacht auf den Josefitag ohne irgendwo über die Ufer getreten zu sein.

8. Februar 1932   Erstmalige Aufzeichnungen über einen Feuerwehrball
Ob schon früher Feuerwehrbälle stattgefunden haben, ist nicht bekannt. Dieser Ball fand jedenfalls im Gasthaus Grabmeier (jetzt "Sturmbräu") in Neuhausen statt. Der Chronist vermerkte einen "unerwartet guten Besuch". Ein Reingewinn von 22,28 DM wurde erzielt.

20. November 1932   Rüge an die jungen Feuerwehrmänner
Bei der im Gasthaus Dollmeier (jetzt Zenger) stattfindenden Generalversammlung wurde die flaue Teilnahme der jungen Feuerwehrmänner an den Übungen heftig kritisiert: "Es sei nicht angängig, dass das Fußballspiel dem Wehrdienst (bei der Feuerwehr) vorgezogen werde".

Anno 1932   Die Feuerspritze wurde noch von Pferden gezogen
Beim Transport der Feuerspritze zu einem Brand in Offenberg erkrankte ein Pferd des Kommandanten Ludwig Fuggenthaler und musste getötet werden. Von der Versicherungskammer wurden 500 Mark vergütet.

27. August 1933   Übergabe der ersten Motorspritze
Die von der Gemeinde beschaffte Motorspritze der Firma Magirus, Modell "Goliath I“ wurde an die Feuerwehr Neuhausen übergeben. Die Leistungsprüfung (der Spritze) nahm Bezirksbrandinspektor Bauer aus Plattling vor, der sich sehr anerkennend über die Spritze äußerte. Die neue Maschine schaffte mit 16 PS 800 Liter in der Minute.


Diese Aufnahme stammt vermutlich aus dem Jahre 1939 oder 1940. Die Feuerwehrmänner tragen noch die alten Messinghelme. Im Vordergrund steht die im Jahre 1933 angeschaffte Motorspritze.
Links am Bildrand steht Kommandant Hans Kilger sen., daneben Josef Kilger sen. (ohne Helm). Hinter der Spritze von links: Alois Lipp sen., ein Bäckergeselle der Bäckerei Bauer und Eligius Gmeinwieser aus Unterried.



Oktober 1933   Ein Gepäckwagen wird zum Spritzenwagen
Das hätte sich dieser "blaublütige" Gepäckwagen aus dem Nachlass von Schloss Egg nicht träumen lassen: die Neuhausener Wehr erwarb das Gefährt und baute es kurzerhand zum Transporter (wahrscheinlich mit 2 Original-PS) für die neue Motorspritze um. Von wem der Wagen finanziert wurde und was er noch gekostet hat, geht aus den Niederschriften nicht hervor.

Anno1934   Miserabler Übungsbesuch, schlechte Zahlungsmoral
Bei der jährlichen Generalversammlung wurden wiederum die "alten Klagen" (oha!) eifrig behandelt: Besuch der Übungen und Beitragszahlung! Die Sachlage war schon soweit gediehen, dass "es kaum zu umgehen sein wird, der Errichtung einer gemeindlichen Pflichtfeuerwehr näher zu treten" steht im Versammlungsprotokoll.

29. Dezember 1935   Außerordentliche Generalversammlung
Dabei ging es um einen Erlass der Landesbranddirektion, der eine Umorganisation der Feuerwehren und die Weiterentwicklung des bayerischen Feuerwehrwesens zum Inhalt hatte. Mit diesem Erlass waren die Neuhausener Wehrmänner ganz und gar nicht einverstanden, weil "die Umorganisation Härten enthält, die auf bisher diensteifrige Feuerwehren lähmend wirken muss". Man beschloss daher eine Eingabe zu machen und zunächst alles beim alten zu lassen und - abzuwarten.


Als sich nach dem Krieg in den fünfziger Jahren das deutsche Wirtschaftswunder zu regen begann, regte sich auch in der Feuerwehrchronik wieder etwas. Bis dahin war es wieder so, wie schon während und nach dem ersten großen Krieg in diesem Jahrhundert: leider keine Aufzeichnungen über das Feuerwehrwesen in Neuhausen seit 1935. In den ersten Jahren des Wiederaufbaues gab es verständlicherweise wichtigere Angelegenheiten zu erledigen... jedenfalls bis 1955.
Aber dann.

26.Juni 1955    Die Wehr bekommt einen TSA 8
Was das ist? Ganz einfach: ein TragkraftSpritzenAnhänger. In Anwesenheit des Gemeinderates übergab Bürgermeister Michael Vogl der Neuhausener Wehr das neue Fahrzeug und legte dem Zeugwart ans Herz, für gute Pflege immer besorgt zu sein. In diesem Anhänger konnte die Motorspritze und anderes Ausrüstungsgerät befördert werden. Es wurde von einem Traktor gezogen und kostete damals 2.842,-- DM. Die FFW Neuhausen beteiligte sich an den Kosten mit einem Zuschuss in Höhe von 500,-- DM. Und der umgebaute Gepäckwagen? Genau ..., der gräfliche... vom Oktober 1933! Hat laut einem Überwachungsbeamten vom damaligen TÜV den verkehrstechnischen Vorschriften nicht mehr entsprochen, wurde daher außer Dienst gestellt und dafür der TSA 8 gekauft.


Mit dem TSA 8 im Übungseinsatz am Neuhausener Löschweiher (Anfang der 60er Jahre). Am mittleren der drei Giebelfenster des alten Schulhauses (jetziger Kindergarten) ist die Vorrichtung erkennbar, an der die Feuerwehrschläuche zum Trocknen aufgehängt wurden.

September 1957    Die Feuerwehrschläuche hingen am Schulhaus
Wenn Feuerwehrschläuche nass werden, müssen sie wieder getrocknet werden. Bis September 1957 kam mangels anderer Möglichkeiten für die FFW Neuhausen nur eine Freiluftanlage in Frage: auf der Ostseite des Schulhauses (jetziger Kindergarten) waren unterm Giebelfenster einige Halterungen für die Feuerwehrschläuche angebracht, die dann an der Fassade baumelten. Der Chronist berichtet hierzu über anschlagende Schlauchkupplungen mit der Folge von zerbrochenen Fensterscheiben, Verputzschäden und Störungen des Schulunterrichtes. Man kann sich auch gut vorstellen, wie die Schläuche zur Winterszeit ausgesehen haben.


Das Foto stammt aus den 50er Jahren und zeigt eine Abordnung der FFW Neuhausen bei einer Fahnenweihe (vermutlich in Hofkirchen). In der Bildmitte ist der damalige Vorstand Josef Bauer, Bäckermeister aus Neuhausen, zu erkennen.

8. September 1957   Der neue elektrische Schlauchtrockenschrank
Schneid hat er in jenen Tagen g'habt, der Gemeinderat: kauft doch glatt für die Feuerwehr ein Gerät, das von den einschlägigen Stellen Oberhaupt nicht empfohlen wurde. Aber weil es halt gar so ein Gfrett war mit der Schlauchtrocknerei an der Schulhauswand. Und für ein neues Feuerwehrhaus mit einem Trockenturm musste das Wirtschaftswunderpflänzchen noch etwas wachsen. Doch der neue Trockenschrank hat gehalten, was der Hersteller versprochen hat: innerhalb von 8 Stunden waren die Schläuche wieder trocken.

Der neue Schlauchtrockenschrank:
- Hersteller:                       Fa. Metz, Karlsruhe
- Bauweise:                       Leichtstahl/Schwarzblech
- Energie:                          Kraftstoff
- Ausmasse:                     1,10 x 1,x10 x 2,24m
- Temperatur:                   40 - 50° C
- Fassungsvermögen:    10 B-Schläuche

22.September1958   "Der alten Rat - der jungen Tat."
Im Gasthaus Bernecker in Neuhausen (jetzt "Sturmbräu") wurden folgende Feuerwehrkameraden unter dem Motto der Überschrift für langjährige freiwillige Dienstzeiten bei der Feuerwehr geehrt:
- 50 Jahre Josef Batzer, Josef Hirtreiter, Albert Muhr
- 40 Jahre Johann Kilger, Karl Höchtl
- 25 Jahre Heinrich Hartl, Josef Baier, Alfons Bauer sen., Mietaner Anton sen., Mühlbauer Karl sen.


22. Sept. 1958. Landrat Heigl heftet dem früheren Kommandanten J. Hirtreiter das Ehrenzeichen an.


22. Sept. 1958. Landrat Heigl verleiht dem langjährigem Kassier Josef Batzer das Ehrenzeichen.


22. Sept. 1958. Karl Mühlbauer sen. erhält das Ehrenabzeichen aus der Hand von Landrat Heigl. Am Ärmel ist über dem Feuerwehrabzeichen das „Fire Dept.“ aus der Zeit der amerikanischen Besatzungszeit gut zu erkennen.


22. Sept. 1958. Karl Höchtl (genannt Heiler) wird das Ehrenzeichen verliehen.


Dieses Foto stammt aus den 50er Jahren und wurde in Neuhausen an der Einmündung Egger Str. in die Fritz-Schäffer-Str. aufgenommen. Links im Bild das alte Schulhaus. Der Anlass der Aufstellung ist leider nicht mehr bekannt.

Ende der 50er Jahre   Der Tod im Steinbruch
Ein trauriger Einsatz für die Gemeindefeuerwehren. Der Steinmetz Ludwig Kerschl aus Unterried 1, Posthalterhof, war die Nacht über und auch am nächsten Tag nicht zu Hause eingetroffen. Beim Absuchen des Steinbruches am Teufelstein, in dem mehrere Meter Wasserstand war, zeigten sich Anzeichen, dass der Vermisste in den Steinbruch geraten und ertrunken sei.

Auf Anordnung der Polizei wurden die Feuerwehren Neuhausen und Offenberg mit ihren Motorspritzen zum Abpumpen des Wassers aus dem Steinbruch eingesetzt. Erst nach mehreren Stunden war dem Steinbruch soviel Wasser entnommen worden, dass 2 Polizeibeamte auf einem Kahn mit langen Stangen den Grund abstochern konnten. Nach langem Suchen fanden sie schließlich den Vermissten und zogen ihn mit einem Haken an die Oberfläche.


Die Feuerwehren Offenberg und Neuhausen sind mit ihren Pumpen im Steinbruch im Einsatz.

3. Juli 1959   Pioniere der Leistungsprüfung: Heinrich Praml sen. (1912 - 2004) gilt als "Vater der Leistungsprüfungen"
Neuhausener Wehr legt erste Leistungsprüfung in Niederbayern ab - stop -
Schiedsrichter in Neuhausen ausgebildet - stop -
Das sind die Schlagzeilen im Telegrammstil dieser denkwürdigen und unvergessenen Ereignisse auf dem alten Fußballplatz (jetzt Werksgelände Fa. Zierer) in Neuhausen. Die Neuhausener Feuerwehr begann, Feuerwehrgeschichte zu schreiben. Aber zuerst einmal alles schön der Reihe nach, es begann nämlich alles in einem - Neuhausener Wohnzimmer...


Die Geburtsstunde der Leistungsprüfungen in der heutigen Form schlug in Neuhausen.

Leistungsprüfung? Das ist heute längst für jede Feuerwehr etwas ganz normales, gehört wie selbstverständlich zur Ausbildung eines jeden Feuerwehrmannes und die Abzeichen werden nicht ganz ohne Stolz getragen. Doch vor 1959 gab es die Leistungsprüfungen wie im heutigen Sinne noch nicht. Besonders in den 30er Jahren und während des 2. Weltkrieges waren die Feuerwehrübungen auf exerziermäßiges Verhalten ausgerichtet. Eine geordnete und geregelte Ausbildung der Feuerwehrmänner vor Ort für den Brandeinsatz fehlte. Im Ernstfall ging es dann vor lauter Hektik nicht selten drunter und drüber. Im Landkreis Passau wurden seit 1954 andere, an österreichische Vorbilder angelehnte Leistungsprüfungen durchgeführt.
Heinrich Praml sen., der von 1947 bis 1958 in Neuhausen Feuerwehrkommandant war, erkannte neben dem Löschwassermangel und dem Fehlen von brauchbaren Löschgeräten auch das Defizit von gut ausgebildeten Löschmannschaften und setzte eine Bewegung in Gange. Eine Ausbildungsordnung sollte erstellt werden, die ausschließlich auf den Brandeinsatz abgestimmt war. Bei diesem geregelten Aufbau eines Löscheinsatzes ging es nicht um möglichst schnelle Zeiten. Jedem Feuerwehrmann in der Löschgruppe sollten genau definierte Aufgaben zugewiesen werden und korrektes Arbeiten sollte im Vordergrund stehen. Genormte Leistungsprüfungen, die von jedem Feuerwehrmann absolviert werden müssen, sollten diese Vorgaben enthalten. In Neuhausen wurden diese Visionen verwirklicht.
Im Hause des mittlerweile zum Kreisbrandinspektor ernannten und allzeit stets großen Förderers und Strategen der Neuhausener Feuerwehr, Heinrich Praml sen., trafen sich einige Herren: Vertreter des Feuerschutzes München und der Außenstelle Niederbayern in Landshut, die Kreisbrandinspektoren Kitzlinger (Passau), Sandner (Landau) und Schneider (Straubing). Sie arbeiteten in Neuhausen die Bedingungen für das Leistungsabzeichen der neuen Art aus, nach deren Grundsätzen und wesentlichen Inhalte bis heute Tausende von Leistungsprüfungen durchgeführt wurden. Es galt, diese Bedingungen in die Praxis der Feuerwehren einzufahren. Nichts lag näher, als die Neuhausener Feuerwehr unter dem damaligen Kommandanten Josef Wimbauer dafür zu verwenden. Schulungen und Übungen standen bald auf dem Programm, wobei sich für die praktische Umsetzung und die Ausbildung der Feuerwehrkameraden der damalige stv. Kommandant Theodor Billmeier sehr engagierte. Dann kam der große Tag, Samstag 3. Juli 1959.
Zunächst stellte eine Löschgruppe der Neuhausener Feuerwehr künftigen Schiedsrichtern dieser neuen Leistungsprüfung wiederholt den Aufbau eines Löschangriffes in Zeitlupe vor, damit die Schiedsrichter eventuelle Fehler anhand eines Bewertungsblattes erkennen konnten. Die künftigen Schiedsrichter, 33 an der Zahl, kamen aus den Landkreisen Deggendorf, Straubing, Bogen und Kötzting. Dann wurde es ernst für die Neuhausener Wehr.


3. Juli 1959: Die erste Löschgruppe ist zur Leistungsprüfung angetreten. Von links: Theodor Billmeier (Löschmeister), Erich Schafhauser (Melder), Josef Bräu (Maschinist), Xaver Schwab und Alfons Bauer (Löschtrupp), Veitl Ludwig und Fischer Xaver (Wassertrupp), Alfons Kronschnabl und Franz Bräu (Schlauchtrupp).

Als erste Feuerwehr in Niederbayern und eine der wenigen Feuerwehren in Bayern Oberhaupt legte eine Löschgruppe aus Neuhausen vor zwei Schiedsrichtern aus Straubing das Leistungsabzeichen in Bronze ab - fehlerfrei. Die zweite Leistungsprüfung bestand die Nachbarfeuerwehr aus Offenberg am selben Tag in Neuhausen (2 Fehler von 25 erlaubten).
Es war im übrigen ein Samstagnachmittag, an dem die Ausbildung der Schiedsrichter und die Leistungsprüfungen stattfanden. Der Samstag war damals ein ganzer Arbeitstag und von den teilnehmenden Kameraden mussten etliche als Berufstätige einen halbtägigen Verdienstausfall hinnehmen. Ein weiteres wesentliches Unterscheidungsmerkmal zur heutigen Zeit bestand damals und in die siebziger Jahre hinein: die freiwilligen Leistungen bei der Feuerwehr zählten in der Bevölkerung wesentlich mehr als heute. Ob Vorstand oder Kommandant, Schriftführer oder Kassier, Zeugwart oder Maschinist und Löschmeister etc., diese Leute waren stolz auf ihre Positionen in der Feuerwehr, weil ihnen von allen Bevölkerungsschichten in der Gemeinde Anerkennung entgegengebracht und ihnen somit eine Ehre zuteil wurde.


3. Juli 1959: Die Leistungsprüfung ist in vollem Gange.

Im Jahre 1959 haben in der Gemeinde Offenberg insgesamt 5 Löschgruppen diese Leistungsprüfung bestanden: zwei Löschgruppen der FFW Offenberg und drei Löschgruppen der FFW Neuhausen.


3.Juli 1959: Der Aufbau des Löschangriffes ist abgeschlossen.

Anno 1960   Neubausener Feuerwehr im überörtlichen Lehreinsatz
In den folgenden Jahren war es das Ziel von Kreisbrandinspektor Heinrich Praml sen., dass möglichst alle Feuerwehren die Leistungsprüfungen praktizieren. Vielen Feuerwehren hat dabei die Neuhausener Feuerwehr den Aufbau eines Löscheinsatzes vor Ort vorgeführt, wobei die Neuhausener nicht selten das ganze Kleingerät auf einen Lastwagen packten (andere Feuerwehren waren teilweise noch nicht vollständig mit dem erforderlichen Gerät ausgestattet und zu der jeweiligen Feuerwehr fuhren. Der stv. Kommandant Theodor Billmeier und KBI Heinrich Praml sen. haben in dieser Zeit bei vielen Feuerwehren im Kreis als Schiedsrichter die Leistungsprüfungen der Stufe 1 abgenommen.

Anno 1961   Die 100. Löschgruppe im Landkreis kam aus Neuhausen
Seit 1959 wurde die Neuhausener Feuerwehr durch die weitere Ausbildung von Feuerwehrkameraden zur Abnahme des Leistungsabzeichens der Stufe 1 (Bronze) geprägt. Die weiteren Leistungsabzeichen (Silber und Gold) gab es noch nicht. Im Jahre 1961 wurde Neuhausens fünfte Löschgruppe mit dem Leistungsabzeichen dekoriert. Es war die 100. Löschgruppe im Landkreis Deggendorf Der damalige Kreisbrandinspektor Heinrich Praml sen. überreichte der Neuhausener Wehr zur Erinnerung dafür eine Standarte.

Anno 1962   50. Geburtstag von Kreisbrandinspektor Heinrich Praml sen.


Vorstand Josef Wimbauer gratuliert mit einer stattlichen Abordnung der Neuhausener Feuerwehr dem Kreisbrandinspektor Heinrich Praml sen. zu seinem 50. Geburtstag.

24. August 1963   Erstmals silbernes Leistungsabzeichen
Das Leistungsabzeichen erhielt eine neue Dimension. Wiederum war es der Neuhausener Feuerwehr vorbehalten, als erste Feuerwehr dieses Leistungsabzeichen zu erwerben. Der Unterschied zur Stufe 1 bestand darin, dass jeder Feuerwehrmann die gesamte Löschgruppe beherrschen musste (die einzelnen Positionen wurden ausgelost mit Ausnahme des Maschinisten und des Löschmeisters). Der Löschmeister hatte innerhalb von 10 Minuten einen Fragebogen mit 30 Fragen zu beantworten und der Maschinist musste eine Trockensaugprobe mit konstant bleibendem Unterdruck vorführen.


Löschmeister und Kreisbrandinspektor Heinrich Praml sen. meldet am 24. August 1963 die erste Löschgruppe für das Leistungsabzeichen der Stufe 2 (Silber).

Insgesamt 15 Wehrmänner unterzogen sich in 2 Gruppen dieser Prüfung: Heinrich Praml sen. (Kreisbrandinspektor), Theodor Billmeier (Kommandant und Kreisbrandmeister), Hans Zitzelsberger (Kommandant der FFW Offenberg und Kreisbrandmeister), Manfred Döring sen. (stv. Kommandant), Xaver Schwab (Löschmeister), Josef Hartl (Löschmeister), Josef Bräu (Maschinist), Willi Ebner (Maschinist), und die Wehrmänner: Karl Batzer, Xaver Fischer, Alfred Kronschnabl, Heinrich Praml jr., Josef Urban, Ludwig Veitl, Xaver Reitmeier.
Die Männer der Wehr hatten sich für diesen Tag außerordentlich gut und sorgfältig vorbereitet. Bereits während der Wintermonate wurde an Schulungsabenden theoretische Vorarbeit geleistet. In den Wochen vor der Abnahme übten die Feuerwehrmänner nahezu an jedem Abend bis zur Dunkelheit am Gerät.


24. August 1963. Zur Abnahme des Leistungsabzeichens der Stufe II waren erschienen (von rechts): der Beauftragte vom Landesamt für Feuerschütz München, Bauer, der Sprecher der Feuerwehren für Niederbayern KBI Kitzlinger aus Passau, KBI Sandner vom Landkreis Landau, stv. KBI Gruber aus Eggenfelden, KBI Brunner aus Malgersdorf und der Leiter der Außenstelle für Feuerschutz in Niederbayern Bohmann. In der Bildmitte im Hintergrund ist das im Jahre 1902 erbaute erste Spritzenhaus (jetzige Tankstelle Siegfried Mietaner) gut zu erkennen.


Zur Leistungsprüfung am 24. August 1963 hatte sich auch eine beträchtliche Zahl interessierter Zuschauer eingefunden.

Wiederum war es Theodor Billmeier, mittlerweile Kreisbrandmeister und erster Kommandant der Neuhausener Feuerwehr, der im unermüdlichen Eifer die praktische und theoretische Ausbildung organisierte und die Feuerwehrkameraden anlernte. Dann kam der große Tag. Die Bedeutung dieser Leistungsprüfung wurde unterstrichen durch die Anwesenheit des Beauftragten vom Landesamt für Feuerschutz in München, dem Leiter der Außenstelle für Feuerschutz in Niederbayern, dem Sprecher der Feuerwehren für Niederbayern, den Kreisbrandinspektoren aus Viechtach, Regen, Passau und der Stadt Deggendorf sowie einer großen Anzahl von Kommandanten mit Stellvertretern und Wehrmännern aus dem Landkreis. Beide Löschgruppen bestanden die Leistungsprüfung.


Nach bestander Prüfung am 24. August 1963.Von links: 3 Schiedsrichter, Heinrich Praml sen., Xaver Schwab, Josef Bräu, Theodor Billmeier, Karl Batzer, Manfred Döring sen., Xaver Reitmeier, Xaver Fischer, Alfred Kronschnabl.

Im Kreis Deggendorf gab es anschließend für diese neue Leistungsprüfung folgendes Schiedsrichterteam: Hans Veit (Deggendorf), Theodor Billmeier (Neuhausen) und Hans Zitzelsberger (Offenberg). Viele Sonntage und Samstage haben diese Idealisten unentgeltlich zur Ausbildung der Feuerwehren im Landkreis Deggendorf geopfert.

Anno 1964   Das erste Löschfahrzeug der FFW Neuhausen
Jetzt hatte auch der gute alte Tragkraftspritzenanhänger ausgedient: aus TSA 8 wurde TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug). Ein für die damalige Zeit modernes Fahrzeug wurde von Pfarrer P. Berthold Niedermayer, OSB (genannt "Specht") eingeweiht und von Landrat Krug und Bürgermeister Vogl der Feuerwehr übergeben. Gelobt wurden bei der Übergabe die Anstrengungen der Neuhausener Feuerwehr zur Mithilfe bei der Finanzierung des Feuerwehrautos durch Veranstaltungen. Insbesondere sei auch an dieser Stelle der unvergessene "Bunte Abend" im Ebner-Saal mit seinen tollen Einzeleinlagen und dem Einakter "Der Krauthob'l" erwähnt.


Im Jahre 1964 wurde von Pfarrer P. Berthold Niedermayer das erste Feuerwehrauto der FFW Neuhausen eingeweiht.

Oktober 1964   Brandtheater zur Feuerschutzwoche
Am jetzigen Rathausplatz veranstaltete die Feuerwehr im Oktober 1964 als Auftakt zur damaligen Brandschutzwoche und vor vielen Zuschauern eine Demonstration darüber, wie schnell einerseits Brände entstehen können und andererseits die Feuerwehr problemlos und auf moderne Art und Weise so einen Zimmerbrand mit einem Feuerlöscher zu Leibe rückt.


Oktober 1964. Manfred Döring und Xaver Schwab (von links) lösten beim Brandtheater per Bügeleisen einen Sofabrand aus.

Zwei Feuerwehrkameraden spielten Hausfrauen, die sich bei der Bügelarbeit völlig verratschen. Das abgestellte heiße Bügeleisen setzte daraufhin das Bügelbrett und ein altes Sofa in Brand. Alle Versuche, das Feuer zu löschen, schlugen natürlich fehl. Letzt endlich rückte die Feuerwehr an, ein Feuerlöscher wurde herausgeholt. Dieser versagte aber den Dienst... das heißt, eigentlich nicht ganz. Das Pulver kam aber nicht vorne an der Düse heraus, sondern oben am Schlagknopf und nebelte den Feuerwehrmann total ein. Das Sofa brannte weiter. Schnell war dann aber ein (überhaupt nicht eingeplanter) Löschangriff aufgebaut (Wasserentnahmestelle: der angrenzende Löschweiher) und das Feuer konnte gelöscht werden. Der damalige Kommandant Theodor Billmeier konnte mit dieser nachhaltigen Unterstützung des defekten Feuerlöschers schlagfertig und eindrucksvoll darauf hinweisen, wie wichtig die jährlichen Überprüfungen von Feuerlöschern sind.

19. Dezember 1965   Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses
Das im Jahre 1964 angeschaffte neue Löschfahrzeug war immerhin so groß, dass es in das alte Spritzenhaus an der Fritz-Schäffer-Str. am Platz der jetzigen Tankstelle von Siegfried Mietaner nicht mehr hinein passte. Ergo: ein neues Gerätehaus musste her. Gut, dass auch dieses Mal der legendäre Beschluss der Gemeinde vom 3. Januar 1897 nichts mehr zählte ("Sollte je ein Spritzenhaus für Neuhausen zu bauen sein, so wird auch zu diesem Zweck ein Zuschuss verweigert“), und die Gemeinde Offenberg die Kosten für die Planung, das Material und den Innenausbau übernahm. Das Gerätehaus wurde neben der damaligen Schule und Gemeindeverwaltung (jetzt Kindergarten) gebaut.
Den Rohbau zum neuen Feuerwehrhaus haben die Feuerwehrkameraden durch Eigenleistung und in vielen Arbeitsstunden selber erstellt. Zimmerermeister Karl Mühlbauer sen. hat die Aufstellung des Dachstuhles kostenlos übemommen. Kreisbrandinspektor Heinrich Praml sen. hat der Feuerwehr bis zur Fertigstellung des neuen Gerätehauses monatelang eine Garage zur Unterbringung des Löschfahrzeuges und von Feuerwehrgerät zur Verfügung gestellt. Den kirchlichen Segen erteilte Pater Berthold Niedermayer, OSB. Bürgermeister Michael Vogt übergab das Gerätehaus der Feuerwehr und Kommandant Theodor Billmeier mit dem Wunsche, dass das Haus stets pfleglich behandelt werde.


19. Dezember 1965 Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses.

18. Juli 1967   Die Feuerwehrpioniere vergolden das Leistungsabzeichen
Nachdem im Jahre 1966 von den zuständigen Männern, wiederum in der Wohnung des zwischenzeitlichen Landtagsabgeordneten Heinrich Praml sen., in Neuhausen die landesweiten Bedingungen für die Wiederholungsprüfungen zum neuen goldenen Leistungsabzeichen ausgearbeitet wurden, erwarb eine Neuhausener Löschgruppe erstmals im Landkreis Deggendorf in einer Leistungsprüfung dieses Abzeichen: Stufe III/2 (Gold). Es waren zum Großteil die gleichen Feuerwehrmänner, die bereits im Jahre 1959 beim ersten bronzenen Leistungsabzeichen dabei waren.


18. Juli 1967. Mitten in der Prüfung: Beim Kommando "4 Saugschläuche" sitzt jeder Griff!


18. Juli 1967. Von links: zwei Schiedsrichter, Hans Zitzelsberger (FFW Offenberg),Heinrich Praml jr., Willi Ebner, Karl Batzer, Franz Bräu, Josef Hartl, Xaver Fischer, Theodor Billmeier, Josef Urban, Bohmann und ein Schiedsrichter.


Konsequente Fortsetzung der Ausbildungsarbeit kennzeichneten die 70er und 80er Jahre. In regelmäßigen Abständen wurden die Ende der fünfziger Jahre begonnenen Leistungsprüfungen der verschiedensten Stufen fortgesetzt. Nachwuchsprobleme waren kein Thema für die Wehr. Jährlich stellten sich ausreichend junge Feuerwehrleute in den freiwilligen Dienst bei der Feuerwehr. Nachdem Kommandant Theodor Billmeier die Position des stellv. Kreisbrandinspektors wahrgenommen hatte, fungierte seit 1968 Manfred Döring sen. als 1. Kommandant der FFW Neuhausen. Vorstand war nach wie vor Josef Wimbauer.

Juli 1971   75 jähriges Gründungsfest der FFW Neuhausen
Bei diesem bestens organisierten und reibungslos verlaufenden Fest unter der Schirmherrschaft von Heinrich Praml sen. war Maria Praml Fahnenmutter. Fahnenjunker war der spätere langjährige Kommandant Karl Batzer.


Juli 1971. Maria Praml beim Kirchenzug im Kreise der Festjungfrauen.


Fahnenweihe im Juli 1971. Von links: Gabriele Spranger, Fahnenmutter Maria Praml, Schirmherr Heinrich Praml sen. und Hildegard Praml


Juli 1971. Maria Praml heftet ein Fahnenband an die neue Fahne. Fahnenjunker: Karl Batzer

21. Februar 1978   70. Geburtstag des langjährigen Kommandanten und Vorstandes Josef Wimbauer
Zum 70. Geburtstag des sich lange Zeit an vorderster Stelle in den Dienst der FFW Neuhausen stellenden Wimbauer Sepp fanden sich in dessen Wohnung und bei einer anschließenden Geburtstagsfeier im Gasthaus Zenger die gesamte Spitze der Neuhausener Feuerwehr und viele Feuerwehrkameraden ein. Mit dabei waren auch der 1. Bürgermeister Michael Vogl, 2. Bürgermeister Karl Mühlbauer sen. und MdL Heinrich Praml sen.


Josef Wimbauer, der sich sichtlich über das Geschenk der FFW Neuhausen freut. Im Vordergrund Bürgermeister Michael Vogl.

Oktober 1979   Das neue Löschgruppenfahrzeug LF 8
Karl Batzer, seit Oktober 1975 erster Kommandant der Neuhausener Feuerwehr sowie Adolf Heinrich, seit 30. Oktober 1977 1. Vorstand und bereits 2. Kommandant der FFW Neuhausen konnten in der Generalversammlung des Jahres 1979 den anwesenden Feuerwehrkameraden über die Erfüllung eines lange gehegten Wunsches der Wehr berichten: endlich verfügt die Neuhausener Feuerwehr auch über ein LF 8 mit moderner Ausrüstung und einer Metz- Feuerlöschkreiselpumpe als Vorbaupumpe. Kostenpunkt: ca. 85.000,-- DM. Die Feuerwehr Neuhausen steuerte 10.000,-- DM aus der Vereinskasse bei.


20.4.1980. Pfarrer Ansgar Schober weiht das neue Löschfahrzeug ein. Links neben der Fahne steht der langjährige Fahrzeug- und Gerätewart Xaver Schwab.

Anno 1980   Die Atemschutzträger
Mit dem neuen Feuerwehrfahrzeug kam auch der Atemschutz zur Neuhausener Wehr. Atemschutz ist für die Gesundheit der Feuerwehrmänner dann besonders wichtig, wenn Brände auch im Innenbereich des Brandobjektes wirksam bekämpft werden sollen oder wenn Stoffe in Brand geraten sind, deren Rauchentwicklung gesundheitsschädlich ist. Atemschutz funktioniert aber nur, wenn ausreichend viele Feuerwehrkameraden bereit sind, diese Technik zu lernen und sie auch im Ernstfall einsetzen. Das bedeutet aber für diese Feuerwehrkameraden, dass sie neben den normalen Feuerwehrübungen auch noch eine gehörige Anzahl an Atemschutzübungen permanent zu absolvieren haben. 14 junge Feuerwehrmänner haben sich als erste für den Atemschutz bereit erklärt, 12 davon waren letztendlich nach dem Gesundheitstest dafür tauglich: Karl-Heinz Achatz, Alfons Bauer, Karl Mühlbauer, Wilhelm Mühlbauer, Alois Lipp, Josef Urban, Ludwig Steininger, Alfred Knörich, Max Lukas und Franz Heinrich.
Als erste Atemschutzführer haben sich die Feuerwehrkameraden Max Fierbeck und Erich Schwab zur Verfügung gestellt. Derzeitiger Atemschutzführer ist Franz Heinrich. Alle Atemschutzführer haben den Atemschutzlehrgang der Feuerwehrschule in Regensburg besucht.


Nach einer Leistungsprüfung am 25.10.1980. Von links: Vorstand Adolf Heinrich, Manfred Döring Alois Lipp, Alfred Knörich, Rudolf Zenger jr., Xaver Bledl, Hans Kilger, Rudolf Lipp und Kommandant Karl Batzer.

Juli 1986   90 jähriges Gründungsfest
Das 90 jährige Bestehen der FFW Neuhausen feierte die Wehr mit einem Gründungsfest, das vier Tage dauerte. Schirmherr des Festes war Ehrenkommandant, Ehrenbürger und Ehrenkreisbrandinspektor Heinrich Praml sen. Fahnenmutter war, wie schon im Jahre 1971, Maria Praml.
Im Hof des Gasthauses Zenger war ein Festzelt für ca. 1.200 Personen aufgestellt. Der Festgottesdienst mit Bänderweihe und der anschließende Festakt fanden auf dem Gelände der Fa. Praml statt. Ein ansehnlicher Festzug mit 53 Vereinen marschierte bei bestem Wetter durch Neuhausens Straßen. Auch bei diesem Fest klappte die Organisation wiederum reibungslos.
Am Samstag fand im Rahmen des Festes am Fußballplatz des SV Neubausen ein viel beachteter Feuerwehrwettkampf der umliegenden Feuerwehren statt. Die Organisation hatte der damalige Jugendwart und jetzige 2. Vorstand Manfred Döring jr. übernommen. Im kompletten Schutzanzug musste von jeder der 1 1 Löschgruppen mit jeweils 9 Mann ein Staffelhindernislauf über Balkenhindernis, Röhrentunnel, Schwebebalken und Bretterwand absolviert werden. Außerdem galt es, einen Löschangriff bis zum Verteilerstück aufzubauen und im Kugelstoßwettbewerb eine möglichst große Gesamtweite zu erzielen. Über ein Punktesystem wurden Zeiten und Fehler gewertet. Schiedsrichter, waren Kreisbrandrat Ferdinand Stadler, verschiedene Kreisbrandmeister und Heinrich Praml sen. Sieger wurde die Löschgruppe der FFW Buchberg, für alle teilnehmenden Gruppen gab es Pokale.


13. Juli 1986: 90jähr. Gründungsfest. Links Fahnenmutter Maria Praml, am Mikrofon Vorstand Adolf Heinrich, rechts Kommandant Karl Batzer, 2. v. rechts Bürgermeister Ludwig Kandler


13. Juli 1986: Die Festdamen mit den Fahnenbändern. Von links: Sylvia Koller, Sandra Stockinger, Martina Steiniger, Regina Achatz, Ulrike Urban, Jutta Bräu, Bettina Heinrich und Martina Zierer


Gründungsfest am 13. Juli 1986. Von links: Vorstand Adolf Heinrich, Schirmherr Heinrich Praml sen, Pfarrer Ansgar Schober.

Das 90 jährige Gründungsfest der FFW Neuhausen wurde auch vom Patenverein, der Nachbarfeuerwehr Buchberg, durch eine stets große Anzahl von Buchberger Feuerwehrkameraden an allen Festtagen tatkräftig unterstützt.

29. Oktober 1988   Gottfried Spranger (1921 - 2009) als Schriftführer geehrt
Fast 40 Jahre lang (!) hat Gottfried Spranger für die Neuhausener Feuerwehr die Schriftführertätigkeit ausgeübt und stellte bei der Generalversammlung im Jahre 1988 sein Amt zur Verfügung. Der 1. Vorstand Adolf Heinrich sprach ihm für die langjährige Unterstützung der FFW Neuhausen Dank und Anerkennung aus und überreichte ihm zur Erinnerung einen Zinnteller.


Der langjährige Schriftführer Gottfried Spranger

Gottfried Spranger, der im Jahre 1985 zum Ehrenmitglied ernannt wurde, hat viele Feuerwehrfotos, insbesondere der 50er und 60er Jahre geschossen, in der Feuerwehrchronik Textbeiträge dazu festgehalten und die Aufzeichnungen vor und nach dem 1. Weltkrieg zusammengetragen und neu niedergeschrieben. Neben seiner Schriftführertätigkeit war der langjährige Schriftführer Gottfried Spranger als ruhiger und besonnener Berater in der Vorstandschaft stets ein gefragter Mann.

17.Juni1989   Leistungsspange für junge Feuerwehrkameraden
Die vom ersten Kommandanten Karl Batzer und seinem Stellvertreter Adolf Heinrich sowie vom früheren Jugendwart Manfred Döring jr. begonnene Ausbildung junger Feuerwehrkameraden zur Leistungsspange wurde nun auch vom neuen Jugendwart und späteren 1. Kommandanten Karl Mühlbauer ir. mit Erfolg fortgesetzt. 17 junge Feuerwehrkameraden beteiligten sich in Metten am Wettbewerb um die Jugendleistungsspange der Feuerwehr. Die Ausbildung zur Leistungsspange dauerte insgesamt 6 Wochen.


17. Juni 1989 in Metten. Sitzend von links: Hans-J.Fischer, Roland Egginger, Markus Biller. Stehend von links: Karl Mühlbauer jr., Hans-J. Garhammer, Xaver Fischer jr., Markus Wagner, Paul Simbeck, Armin Egginger.


17. Juni 1989 in Metten. Sitzend von links. Markus Billmeier, Michael Wagner, Roland Haban, Reinhold Praml jr.. Stehend von links: Christian Wagner, Walter Urban, Markus Urban, Thomas Schwab und der damalige Kommandant Karl Batzer.


17. Juni 1989. Beim Jugendwettbewerb in Metten: Der Aufbau eines Löschangriffes beginnt.


17. Juni 1989. Beim Jugendwettbewerb in Metten: Aufbau einer C-Leitung.

Februar 1990   Goldener Ehrenring für Maria Praml
Das war der Tag von Maria Praml und der Feuerwehr. Anläßlich der Vollendung des 70. Lebensjahres erhielt sie in Anerkennung ihrer Leistungen für die Wehr den neu geschaffenen goldenen "Feuerwehr-Ehrenring" der Neuhausener Wehr - die höchste Auszeichnung, die von der Freiwilligen Feuerwehr Neuhausen bisher vergeben wurde.


Februar 1990. Nach der Verleihung des Ehrenringes. Von links: Vorstand Adolf Heinrich, Maria Praml und 1. Kommandant Karl Batzer.

Vorstand Adolf Heinrich würdigte in einer kleinen Feier die Hilfsbereitschaft der Jubilarin. Er bezeichnete sie als große Gönnerin der Feuerwehr, die an allen Veranstaltungen teilnehme und die Wehr immer unterstütze: "Weil die Maria immer eine offene Hand hat, wollen wir ihr ein besonderes Geburtstagsgeschenk überreichen", sagte der erste Vorstand.

14. April 1993   Einen Ambo für die Pfarrkirche
Die Freiwillige Feuerwehr Neuhausen unterstützte die Renovierung der Pfarrkirche von Neuhausen durch die Herstellung eines neuen und zum Altar passenden Ambo. In der Vorstandssitzung der Freiwilligen Feuerwehr Neuhausen im April 1993 konnte der erste Vorstand Adolf Heinrich dann über die Fertigstellung dieses Ambo informieren. Angefertigt wurde der Ambo in vielen Arbeitsstunden von dem Feuerwehrkameraden und Schreinermeister Franz Spranger. Der Ambo wurde aus Erlenholz hergestellt, wobei Franz Spranger der Feuerwehr nur die Materialkosten in Höhe von 600,-- DM in Rechnung stellte. Nachem es sich ergab, dass das Bemalen und Fassen des Ambo gleich etliche Tausender kostete, schoß die Freiwillige Feuerwehr Neuhausen für den Ambo aus der Vereinskasse noch einen Betrag in Höhe von 1.000,-- DM hinzu.

Juli 1993 Hochwasser in Neuhausen
Das verheerende und urplötzlich auftretende Unwetter im Juli des Jahres 1993 hat auch Neuhausen nicht verschont. Sintflutartige Regenfälle, begleitet von heftigen Hagelschauern, prasselten auf den Landkreis nieder. In Neuhausen konnten die Abwassersysteme das sich in kürzester Zeit ansammelnde Oberflächenwasser nicht mehr fassen, sodass in minutenschnelle ganze Straßenzüge überflutet waren. Die Wassermassen drangen oftmals in die Häuser ein, Keller standen teilweise bis an die Decke unter Wasser. Besonders schlimm hat es die in der Nähe des Neuhausener Weihers Liegenden Grundstücke erwischt. Beim Hochwassereinsatz waren neben der Neuhausener Wehr noch die Feuerwehren von Buchberg und Offenberg in Neuhausen im Einsatz. Viele Anwohner mussten trotzdem bis in die Abendstunden warten, bis die Feuerwehr die Keller ausgepumpt hatte.


Juli 1993. Die Feuerwehr im Hochwassereinsatz in Neuhausen. Das Foto zeigt anschaulich die Situation in der Ildefons-Lehner-Str. am Neuhausener Weiher.


Juli 1993. Neben etlichen Kellern mussten auch Tiefgaragen von der Feuerwehr ausgepumpt werden.


Juli 1993. Das Hochwasser in der Fritz-Schäffer-Str. und im Anwesen von Alfons Bauer sen.

9. August 1993   Ehrung für den langjährigen Kassier Anton Mietaner
Anläßlich des 65. Geburtstages des seit Januar 1957 bei der FFW Neuhausen tätigen Kassiers und Ehrenmitgliedes Anton Mietaner fand im Gasthof Ebner eine kleine Feier im Rahmen der Vorstandschaft statt. Vorstand Adolf Heinrich dankte dem langjährigen Kassier für seine jahrzehntelange uneigennützige Arbeit für die Belange der FFW Neuhausen und überreichte dem Jubilar einen Geschenkkorb.

Anno 1994 - 1996   Wissenswertes zum neuen Feuerwehrgerätehaus
Kaum steht eine Jahrhundertwende an, ist es bei der FFW Neuhausen wie verhext: wie die Gründer- der Neuhausener Wehr vor Beginn dieses Jahrhunderts, so durfte sich auch die Feuerwehr in der heutigen Zeit kurz vor dem nächsten Jahrhundert mit den Ansichten der Obrigkeit in der Gemeinde herumschlagen. Während vom Streit der Vorväter keine genaueren Aussagen und Einzelheiten mehr nachvollziehbar sind, so kann man über die jüngsten Ereignisse und bei genauer Kenntnis der Entwicklung objektiv berichten. Läßt man dabei die ganzen unguten Randerscheinungen weg, so stellt sich die Geschichte des neuen Feuerwehrhauses wie folgt dar:

  • Kommandant Karl Batzer beantragt auf der Generalversammlung am 28.10.1989 die Schaffung eines größeren Feuerwehrhauses durch die Gemeinde Offenberg.
  • Nachdem verschiedene andere Standorte und auch ein Gemeinschaftsbau von Rathaus und Feuerwehrhaus in der Diskussion waren, hat sich die Feuerwehr dann am 24.3.1992 im Einvernehmen mit der Gemeinde Offenberg für den etzigen Standort an der Fritz-Schäffer-Str. neben dem Praml-Gelände entschieden.
  • Am 19. und 23. Januar 1994 wird in der Vorstandschaft die von Bürgerineister Ludwig Kandler vorgetragene Vorstellung der Gemeinde über die von der Feuerwehr zu erbringenden Eigenleistungen (Rohbau mit Dachstuhl) bei diesem Millionenprojekt im Beisein des Bürgermeisters vehement diskutiert und schließlich wegen verschiedener Gegebenheiten als für nicht akzeptabel erachtet:
    • Eine Handvoll Feuerwehrkameraden, die ohnehin bereits viele Stunden der Freizeit für die überwiegend sich nicht am Feuerwehrdienst beteiligenden Allgemeinheit zur Verfügung stellen und gestellt haben', sollen auch noch Arbeitsleistungen dafür verrichten.
    • Die Bevölkerungsstruktur in Neuhausen ist auch im Hinblick auf die Zugehörigkeit zur Feuerwehr schon lange nicht mehr mit der früherer Jahre vergleichbar.
    • Durch nicht zu lösende organisatorische wie personelle Probleme wegen der Größe und der Bauweise des Gebäudes sowie der nur an Samstagen zu verrichtenden Arbeiten wären chaotische Verhältnisse und Streitereien eine unvermeidbare Folge.
  • Die Feuerwehr erklärte sich statt dessen und selbstverständlich unter der Prämisse der alleinigen Nutzung des Gebäudes und unter Nennung obiger Gründe mündlich gegenüber Bürgermeister Ludwig Kandler und schriftlich gegenüber der Gemeinde Offenberg zu folgenden Eigenleistungen für das Feuerwehrhaus bereit:
    • 30.000 DM aus der Vereinskasse für Schutzanzüge und Schulungsraum.
    • Innenausbau des Dachbodens als Schulungsraum und "Stüberl".
  • Eine in der Deggendorfer Zeitung daraufhin am 22. Februar 1994 zu lesende gewichtige Aussage, die auf einer Versammlung der SPD zu diesem großzügigen Feuerwehrvorschlag gemacht wurde und darüberhinaus die sich anschließende Art und Weise der Ablehnung des Angebotes im Offenberger Gemeinderat (z.B. "Dieses Angebot ist gleich Null!") lösten einen in Neuhausen noch nicht dagewesenen Zeitungskrieg zwischen der Feuerwehr und der SPD-Mehrheit im Gemeiderat aus.
  • Trotzdem war es die Feuerwehr, die einlenkte: nachdem sich bei einer Versammlung aller aktiven Feuerwehrkameraden am 5. März 1994 dennoch etliche Feuerwehrmänner als Arbeitskräfte bereit erklärten, wurde der Gemeinde ein neues Angebot von der Feuerwehr unterbreitet:
    • Erstellung des Rohbaues ab Sohle (ohne Zimmerer-, Beton- und Schalungsarbeiten) durch FFW Neuhausen.
    • Weitere Nutzung des Feuerwehrgerätehauses durch andere Hilfsdienste wie z.B. Rotes Kreuz möglich.
  • Die Gemeinde Offenberg musste schließlich ganz auf die Eigenleistungen der Feuerwehr Neuhausen verzichten, weil Räume des Feuerwehrhauses auch allen anderen gemeindlichen Vereinen zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden sollten.


  • Das Erdgeschoß im neuen Feuerwehrgerätehaus in Neuhausen.



März 1996   Das neue Feuerwehrgerätehaus in Neuhausen


Ober den Toren steht bis dato ein unvollständiger Name unserer Wehr: "Feuerwehr Neuhausen". Das Wort "Freiwillige" haben sich die Erbauer, und dies sicherlich unabsichtlich, gespart. Doch es soll noch nachgeholt werden. Gerade dieses Wort bringt ja einen wesentlichen Aspekt des Feuerschutzes zum Ausdruck. Gäbe es den freiwilligen aktiven Dienst in der Feuerwehr nicht, dann würden der Feuerschutz und die Hilfsdienste der Freiwilligen Feuerwehren für die Kommunen und die Allgemeinheit erst so richtig teuer werden. Neben der im Feuerwehrgesetz verankerten Pflicht der Kommunen zur Ausrüstung der Feuerwehren mit Gerät und Feuerwehrgebäuden, garantiert nur die Freiwilligkeit im aktiven Dienst der Feuerwehren das Bestehen einer kostengünstigen und effektiven Hilfsorganisation, genannt "Freiwillige Feuerwehr".

Bei diesem ganzen nicht gerade angenehmen Verlauf darf man aber eines nicht übersehen: Die Gemeinde Offenberg hat ihre Hausaufgabe in Sachen Feuerwehrhaus gemacht und die vor Jahren gegebene Zusage, dass das Haus im Jahre 1996 bezugsfertig werde, eingehalten. An günstig gelegener Stelle präsentiert sich jetzt ein modernes und auch für die Zukunft ausgerichtetes schmuckes Feuerwehrhaus.

Das neue Feuerwehrgerätehaus in Zahlen:
- 2 Stellplätze plus Schlauchtrockenanlage 142m²
- 1 Schulungsraum mit Teeküche 52m²
- 1 Schlauchlager 12m²
- 1 Werkstatt 12m²
- 1 Raum für Atemschutz 11m²

Der Gesamtaufwand betrug ca. 1 Million DM

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